Camino de la Muerte (Straße des Todes) nennen Einheimische die einspurige Verbindung zwischen dem bolivianischen Ort Coroico und der Hauptstadt La Paz; offiziell heißt sie Nördliche Yungas-Straße. Leitplanken gibt es an der knapp 70 km langen Schotterpiste entlang der Anden nicht, obwohl es an ihrer Seite bis zu 800 m in die Tiefe geht. Dafür reihen sich Hunderte von Gedenkkreuzen aneinander.
Der höchste Punkt der Straße liegt bei 4650 m, der tiefste bei 330 m. Der Boden ist, besonders nach Regen, rutschig, die Kurven sind eng, Nebel behindert die Sicht – durchschnittlich jeden 2. Tag stirbt auf dieser Strecke ein Mensch.
Seit 2006 gibt es eine alternative (allerdings längere) Route, doch noch immer wird die Straße viel befahren. Zwar sind jetzt weniger Einheimische darauf unterwegs, dafür lockt die Straße mit ihrem spektakulären Ausblicken Touristen und Radsportler aus aller Welt an – und nicht wenige in den Tod.
Wunderwelt Wissen Juni-Juli 2010
WO LIEGT DAS GRÖSSTE GEBIRGE DER WELT?
Unter dem Meeresspiegel.
Die Vulkankette umschließt mit einer Länge von 70.000 km den ganzen Erdball.
Seit Jahren untersucht Privatdozent Dr. Jürgen Koepke von der Leibniz Universität Hannover dieses gewaltige Massiv. Koepke: „ Unterhalb der offenen Vulkanschlote befinden sich Magmakammern, in denen Temperaturen bis zu 1200°C herrschen.“ Bei solchen Temperaturen kann das Wasser nicht bis in diese Kammern strömen. Stattdessen dichtet es die Kammern ab. Koepke: „ Gleichzeitig wird das Ozeanwasser erhitzt und mit Nährstoffen wie Wasserstoff, Schwefel und Methan angereichert.“ Dabei erreicht es Temperaturen von maximal 500°C. So erhitzt schießt das Wasser aus der Vulkanöffnung, während kaltes Wasser nachfließt. Dadurch werden die Vulkane gekühlt und die Tiefsee mit Nährstoffen versorgt, etwa für Muscheln, Krebse und Schnecken.
Die Leibniz Universität ist auf diesem Forschungsfeld höchst erfolgreich, weil sie über Hochdruckapparaturen verfügt, mit denen sich Verhältnisse schaffen lassen, wie sie in Magmakammern unter dem Meer herrschen.
Wunderwelt Wissen Juni-Juli 2010
WARUM BRÜSTE BESSER SIND?
Muttermilch ist nötig, um die richtigen Gene im kindlichen Körper anzuschalten.
Stimmt es wirklich, dass Milch aus der Mutterbrust für Säuglinge besser ist als vergleichbare Nahrung aus der Flasche?
Offenbar ja: „Erstmals konnten wir belegen, dass sich bei gestillten Kindern völlig andere Zugänge auf Gene eröffnen als bei Babys, die künstliche Nahrung zu sich nehmen“, sagt Sharon Donovan von der Universität Illinois.
Die Forscherin untersuchte, wie Muttermilch und Muttermilchersatz auf Darmzellen von 22 Säuglingen wirken. Die Nahrung hatte dort einen sogenannten epigenetischen Effekt: Sie schaltete bestimmte Gene für den Stoffwechsel an, die sonst „stumm“ sind. Und obwohl sich die Hersteller von Milchersatz bemühen, ihre Produkte der Muttermilch immer weiter anzugleichen, waren die Unterschiede enorm: „ Die natürliche Milch regte Hunderte von Genen auf ganz andere Weise an als die künstliche.“
Und das ist mehr als nur ein „Einmal-Effekt“: Im Darm erneuern sich Milliarden von Zellen innerhalb weniger Tage und müssen daher stets neu stimuliert werden. Viele der durch Muttermilch angeregten Gene dienen offenbar dem Aufbau des kindlichen Immunsystems.
GEO Juli 2010
IST ES GESÜNDER, IM GEBIRGE ZU LEBEN?
Wer dauerhaft in den Bergen lebt, hat ein geringeres Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, pro zusätzlich 1000Hm sinkt es um 22% beziehungsweise 12%.
Das jedenfalls ergab die Auswertung der Krankheitsdaten von 1,64 Millionen Schweizern, die von einer Forschergruppe des Institutes für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich mit ihrem Wohnort in Beziehung gesetzt worden waren.
Die Wissenschaftler führen die positiven Effekte auf die Anpassung des Körpers an die in Gebirgslagen vorherrschende dünnere und trockenere Höhenluft sowie die intensivere Sonneneinstrahlung zurück. Beides schützt die Gefäße. Den günstigen Einfluss auf den Kreislauf hat das Reizklima des Gebirges offenbar dauerhaft: Er lässt sich selbst noch bei Personen nachweisen, die im Gebirge geboren wurden, später aber in tiefer liegende Gebiete umgezogen sind.
P.M. Fragen & Antworten 5/2010
HABEN PAARE, DIE SICH DIE HAUSARBEIT TEILEN MEHR SEX?
Sieht ganz so aus: Sozialwissenschaftler der Arizona State University (USA) haben in einer Studie mit fast 7000 Paaren herausgefunden, dass die sexuelle Aktivität von Paaren, bei denen die Männer fleißig im Haushalt mitanpacken, höher ist. Im Durchschnitt haben die für die Untersuchung befragten Paare 82-mal im Jahr Sex. Diejenigen, die viel gemeinsame Zeit bei der Hausarbeit verbringen, jedoch knapp 10% mehr als jene, bei denen die Last überwiegend bei den Frauen liegt – wobei es keine Rolle spielt, ob die Frauen berufstätig oder Hausfrauen sind.
Die Forscher haben auch eine Begründung dafür: Zum eine sind Frauen, die im Haushalt von ihren Männern unterstütz werden, dankbar dafür und weniger müde, zum anderen sind Männer, die in einem bestimmten Bereich – hier im Haushalt - erfolgreich sind, auch in anderen Dingen gut. Sie sind in der Lage, ihre rar gesäte Zeit sinnvoll zu nutzen und ihrem Sexleben Priorität einzuräumen. Für die „go-getters“ (Tatmenschen) scheinen die Schnelligkeit des Alltags und der Zeitmangel keine Auswirkung auf das Sexualleben zu haben.
Ebenso günstig auf die Sexfrequenz wirken sich familienfreundliche Arbeitszeiten und ein gutes Einkommen aus. Nicht immer hilfreich ist Bildung: Frauen mit Hochschuhabschluss haben weniger Sex (bei Männern spielt das keine Rolle). Hierfür liefert die Studie jedoch keine Begründung.
P.M. Fragen & Antworten 3/2010
IN WELCHER SPRACHE REDEN FUSSBALLSSPIELER MIT DEM SCHIEDRICHTER BEI INTERNATIONEALEN SPIELEN?
Bevor sie die WM pfeifen dürfen, schickt der Fußball-Weltverband FIFA seine Schiedsrichter nicht nur zum Fitnesstraining und zu psychologischen Schulungen, sondern auch zum Englischtest.
Denn die aus der ganzen Welt zusammengesuchte Schiri-Truppe soll sich untereinander reibungslos verständigen können.
An die Spieler werden bei internationalen Fußball-Turnieren dagegen keine besonderen Sprachanforderungen gestellt. Trotzdem hat jeder einigermaßen erfahrene Profi die wichtigsten Begriffe des Spieles im Zuge seiner Laufbahn mindestens auf Englisch oder Spanisch kennen und verstehen gelernt, ganz gleich welches seine Muttersprache ist.
So finden Schiri und Spieler, wenn es denn was zu diskutieren gibt, eigentlich immer zu einem gemeinsamen Nenner, eine offizielle Regelung gibt es nicht. Zur Not muss man sich mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik behelfen.
Der Europäische Fußballverband UEFA hat verbandsintern übrigens mit Englisch, Französisch und Deutsch drei Amtssprachen, die internationale FIFA mit Spanisch noch eine vierte. Auf dem jährlich tagenden FIFA-Kongress mit mehr als 200 nationalen Verbandsvertretern wird darüber hinaus auch Russisch, Arabisch und Portugiesisch übersetzt.
P.M. Fragen & Antworten 4/2010
WIE HOCH KÖNNEN SCHMETTERLINGE FLIEGEN?
Im Gegensatz zu Menschen verspüren Schmetterlinge nur selten das Verlangen, Höhenrekorde zu brechen: Die meisten der mehr als 180 000 bekannten Arten verbringen praktisch ihr gesamtes Leben äußerst bodenständig auf der gleichen Wiese oder in einem Baum nur wenige Meter über der Erde. Die Ausnahmen dieser Regel sind die Wanderfalter – rund 200 hauptsächlich tropische Arten, die auf ihren saisonbedingten Wanderungen oft Tausende von Kilometern in dünner Höhenluft überqueren.
Der Distelfalter, der Admiral und auch das Taubenschwänzchen fliegen im Frühjahr, auf ihrem Weg von Nordafrika nach Europa, über die Gipfel und Pässe der Pyrenäen und der Alpen.
Der Monarch ist auf seiner Wanderroute zwischen Mexiko und Kanada von Segelfliegern sogar in fast 4000m Höhe gesichtet worden.
Der spektakulärste Höhenflug wurde im östlichen Himalaja-Gebirge dokumentiert, wo eine Gruppe „Kleiner Füchse“ (Aglais Urticae) den Zemu-Gletscher in 5791m überflog. Das ist nicht nur ein Rekord für Schmetterlinge, sondern für Insekten generell.
P.M. Fragen & Antworten 5/2010
JEDER KENNT DEN K2, ABER GIBT ES AUCH EINEN K1?
Der K2, der „Berg der Berge“ (Reinhold Messner), hat schon viele Abenteurer das Leben gekostet und gehört zu den bekanntesten Gipfeln der Welt.
Weithinaus weniger spektakulär ist sein „kleiner Bruder“: der K1. 1856 kartografierte der englische Vermessungsingenieur Thomas Montgomerie die Gipfel des Karakorum-Gebirges zwischen dem heutigen Pakistan und China. Dabei nummerierte er die Gipfel der Reihe nach von Westen nach Osten; das K steht dabei für Karakorum. Die Nummern haben keinen Bezug zu den absoluten Höhen – nur zufälligerweise ist der K2 mit seinen 8611 Metern auch der zweithöchste Berg der Welt.
Der K1, also der westlichste Gipfel im Karakorum, liegt mit 7821 Metern auf Platz 22 der höchsten Berge. Doch erst im Jahr 1960 erklommen die US-Amerikaner George Irving Bell und Willi Unsoeld den Gipfel, sechs Jahre nach der Bezwingung des K2. Das hat mit einer eigentümlichen Schwierigkeit des Berges zu tun: Auf der sonst gut besteigbaren Südostroute ist kurz vor dem Gipfel ein gewaltiger Überhang, der erst mit modernem Steiggerät überwunden werden konnte.
Der eigentliche Name des K2 ist übrigens Lambha Pahar, das bedeutet auf Urdu „Hoher Berg“. Der K1 hat bei den Einheimischen den ungewöhnlichen Namen Masherbrum (Gewehrberg), weil die Struktur des Gipfels und der Flanke an einen alten Vorderlader erinnert.
P.M. Welt des Wissens 4/10
SIND GLETSCHER GIFTIG ?
In den glasklaren alpenländischen Gebirgsseen schwimmen Fische herum, deren Fleisch Umweltgifte wie das berüchtigte DDT enthält.
Diese beunruhigende Entdeckung haben Schweizer Forscher vor einigen Jahren gemacht. Und damit nicht genug: Die Wissenschaftler mussten feststellen, dass dieser „Giftmüll“ ungefähr seit der Jahrtausendwende in signifikant höherer Konzentration auftritt als in früheren Jahrzehnten. Und das, obwohl sich die Menschen früher noch hemmungslos dieser Stoffe bedienten. DDT gehört zu den sogenannten „POPs“, den „Persistant Organic Pollutions“ – Giftstoffe, die praktisch nicht abbaubar sind. Neben DDT zählen hierzu auch Dioxine in Weichmachern und Pestiziden. Viele der auftretenden Substanzen sind schon längst verboten.
Wie kommt es also, dass wir ausgerechnet jetzt die Rechnung für die alten Umweltsünden präsentiert bekommen?
Die Lösung des Rätsels sind die Alpengletscher. Was bisher niemanden klar war: In der Vergangenheit halfen die Gletscher kräftig mit bei der Reinigung der Atmosphäre. Denn ein Teil der Schadstoffe wird an feine Schwebepartikel gebunden, die der Wind weit hinauf in höhere Luftschichten transportiert. Als die Gletscher noch wuchsen, konnten solche Schadstoffe im Eis eingelagert werden. Doch als Folge des Klimawandels setzt nun die große Schmelze ein – Gletscherwasser ergießt sich sozusagen als Giftlawine in die Bergseen.
Nicht ganz abwegig ist dabei der Gedanke, dass die gefährlichen Rückstände irgendwann im Trinkwasser landen könnten. Der Bodensee zum Beispiel, der über 4 Mio. Menschen mit Trinkwasser versorgt, wird unter andrem durch Zuflüsse aus den Alpen gespeist.
P.M. Fragen & Antworten 3/2010
WAS SIND "ZIRKUSSKLAVEN"?
10 000 Kinder und junge Frauen aus Nepal werden jedes Jahr als moderne Sklaven nach Indien verkauft - sie werden of schwer misshandelt, wie Tiere dressiert und müssen dort im Zirkus als Attraktion auftreten.
Allein in den 30 größten Zirkussen Indiens arbeiten mehr als 230 nepalesische Kinder unter 14 Jahren, 3/4 davon Mädchen.
In knappen Kleidchen führen sie akrobatische Kunststücke auf, die zuvor unter härtesten Bedingungen eingeübt wurden - und wenn sie nicht spuren , drohen Prügelstrafe und sexuelle Übergriffe.
Der Himalaja-Staat Nepal zählt mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von unter 300,- Euro zu den ärmsten Ländern der Welt. Da sind 30,- Euro, die die Eltern für ihre Kinder vom Zirkus bekommen, schon ein kleines Vermögen. Anderen Familien genügt das Versprechen der Menschenhändler, dass es ihren Kindern im Zirkus besser gehen wird.
Doch die Realität sieht anders aus: Die Kinder werden schlechter behandelt als die Zirkustiere, sie bekommen zur Züchtigung regelmäßig Schläge auf den Kopf - so bleiben die blauen Flecken der Misshandlung unter den Haaren versteckt. Und viele von ihnen werden regelmäßig vergewaltigt.
Seit 10 Jahren kämpft die Organisation "Esther Benjamins Trust" (EBT), gegründet von Philip Holmes, einem Ex-Oberleutnant der britischen Armee, gegen das Schicksal der Zirkussklaven.
Mehr als 500 Kinder konnte der EBT bislang befreien und ihnen Freiheit und Würde zurückgeben. Manche von ihnen gehen inzwischen zur Schule oder verdienen bei kunsthandwerklichen Betrieben bis zu 100.- Euro im Monat.
P.M. Fragen & Antworten 4/2010
WARUM WERDEN KARTOFFELN BEIM KOCHEN WEICH, EIER ABER HART?
In beiden Fällen wird nur mit Wasser gekocht.
Des Rätsels Lösung der gegensätzlichen Reaktion liegt in der unterschiedlichen Zusammensetzung von Kartoffeln und Eiern.
Kartoffeln bestehen nämlich zu 75% aus Stärke. Deren Moleküle sind in langen Ketten nebeneinander geordnet und fest miteinander verbunden. Erhitzt man Kartoffeln in Wasser, werden diese festen Verbindungen geöffnet, und das Wasser kann so in die Zelle der Knolle eindringen. Das führt dazu, dass die Stärkemolekül-Ketten ihre Ordnung verlieren - die Kartoffelstärke quillt bei einer Temperatur von etwa 62,5°C auf -, und der Erdapfel wird weich.
Doch nicht jede Kartoffel verhält sich bei diesem Quellprozess gleich: "Festkochende Kartoffeln" besitzen weniger Stärke - sie bleiben daher beim Erhitzen deutlich fester als "mehligkochende Kartoffeln", die bis zu 4% mehr Stärke besitzen und daher mehr aufquellen.
Bei Eiern sieht das ganz anders aus: Sie setzen sich hauptsächlich aus Eiweißen (Proteinen) zusammen.
Die bilden zwar auch Molekülketten, haben jedoch völlig andere Eigenschaften als jene der Kartoffelstärke: Die Proteinmoleküle liegen nicht geordnet und nebeneinander in der Zelle, sondern bilden komplizierte Knollstrukturen. Beim Kochen brechen diese auf, sodass sich die physikalischen und physiologischen Eigenschaften der Proteine verändert: Die Proteine verkleben teilweise miteinander, wodurch sich die Eistruktur verfestigt - das Ei denaturiert: Es wird hart.
P.M. Fragen & Antworten 4/2010
WER KANN BESSER SCHMECKEN - MÄNNER ODER FRAUEN?
Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber forschen. Die bisher weltgrößte Studie zum Thema Geschmack wurde jetzt mit 8900 Kindern und Jugendlichen durchgeführt - in diesem Alter ist das Geschmacksempfinden am sensibelsten.
Die Ergebnisse werden vielen männlichen Zeitgenossen nicht unbedingt schmecken, die Kernaussage lautet nämlich: Mädchen können süße und saure Nuancen bei Lebensmitteln deutlich besser herausschmeckenals die Jungen.
Dabei betonen die Wissenschaftler der Universität Kopenhagen: Die Unterschiede sind gravierend! Bei Jungen ist die Fähigkeit zum Differenzieren von Lebensmittel bei Saurem um etwa 10% und bei Süßem um 20% schwächer ausgeprägt als bei Mädchen.
Zur Begründung heißt es, die größere Sensibilität der Mädchenbasiere nicht allein auf der Zahl der Geschmacksknospen im Mund, sondern vielmehr auf der Signalverarbeitung im Gehirn.
Lässt die Studie Rückschlüsse auf Erwachsene zu?
Offensichtlich ja, denn im Erwachsenenalter ist die Geschmacksentwicklung bei Männer und Frauen ähnlich.
Den geschmacklichen Unterschied der Geschlechter sieht auch der Starkoch Jamie Oliver. In einem Interview mit der britischen Zeitschrift "Men's Health" vertrat er die Meinung, dass Frauen nicht nur besser kochen als Männer, sondern auch einen besseren Geschmack hätten.
Der jedoch kann durch persönliche Einflüsse stark gestört werden, vor allem durch das Beispiel Verliebtsein. Das vermeldete das Technologie-Transfer-Zentrum "ttz" in Bremerhaven: Der hormonelle Ausnahmezustand des Verliebtseins schwächt die süßen und bitteren Geschmackseindrücke.
Fazit: Unverliebte Frauen haben statistisch betrachtet den besten Geschmack.
P.M. Fragen & Antworten 4/2010
WIE VIEL NACKTE HAUT MACHT MÄNNER AN?
Wissenschaftler erkennt man meistens an ihren weißen Kitteln (zumindest im Film). Ein Psychologenteam der Leeds University in England trieb sich jetzt nächtelang zwecks Feldforschung undercover in den Clubs der Stadt herum – undercover in Privatkleidung.
Denn geklärt werden sollte ein für alle Mal die wichtige Frage, wie viel Haut Frau zeigen muss, um nachhaltig die Aufmerksamkeit des männlichen Geschlechts auf sich zu ziehen. Ihr in einem Fachmagazin veröffentlichtes Ergebnis lautete: genau 40%. Das heißt in etwa: Halbes Bein, ganzer Arm und eventuell noch ein bisschen Schulter sind das Optimum.
Rund 70 Stunden verbrachten die ausschließlich weiblichen Wissenschaftler mit ihren Beobachtungen in Discos, was sie sahen, hielten sie auf in ihren Handtaschen versteckten digitalen Diktiergeräten fest. Sie beobachteten, wie oft verschieden gekleidete Frauen von Männern zum Tanzen aufgefordert wurden. Die schlaue Überlegung der Psychologinnen: Diejenigen Frauen, die de meisten Aufforderungen bekommen, haben den attraktivsten Kleidungsstil getroffen.
Und tatsächlich zog eine kleine Gruppe von gerade mal 15% der anwesenden Frauen 40% der männlichen Tanzaufforderungen auf sich. Diese Frauen hatten gemeinsam, dass sie alle nach der 40-Prozent-Regel gekleidet waren. Dagegen zog bereits ein wenig zu viel gezeigte Haut genau wie ein allzu zugeknöpftes Outfit deutlich weniger Interesse auf sich.
Randbeobachtung der Erkundungstour: Eng anliegende Kleidung und eine körperbewusste Art zu Tanzen wirken ebenfalls attraktivitätssteigernd. Aber das war ja nicht das Thema.
P.M. Fragen & Antworten 3/2010
IST AUCH KALTER RAUCH NOCH SCHÄDLICH?
Er bleibt im Zimmer hängen und riecht übel: Noch einige Zeit, nachdem in einem Raum geraucht und die Zigarette längst ausgedrückt wurde, können sensible Nasen den blauen Dunst wahrnehmen.
Doch dass sogar dieser kalte Qualm nicht harmlos ist, wurde erst jetzt bekannt. Die Studie des Kinderarztes Jonathan Winickoff vom Massachusetts General Hospital in Boston, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Pediatrics“, schreckte die Fachwelt auf. Sie wies nach, dass das „third hand smoking“, wie Winickoff die langfristige Wirkung von Tabakrauch bezeichnet, eindeutig die Gesundheit schädigt.
Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle bestätigt: „Messungen zeigen, dass sich krebserregende Stoffe aus dem Tabakrauch Tage und Wochen in Innenräumen halten.“ Die Gifte lagern sich an Decken, Wänden, Böden und Gebrauchsgegenständen, aber auch in der Kleidung und den Haaren ab. „Besonders Teppiche sind wahre Dreckschleudern“, sagt Pötschke-Langer, „ die giftigen Partikel haften sehr gut und werden über die Atmung aufgenommen.“ Vor allem für kleine Kinder, die mehr Atemzüge machen als Erwachsene, könne das gefährlich werden.
Deshalb gilt grundsätzlich: Wenn schon rauchen – dann nur im Freien.